Ankunft in der Telemark

Ankunft in der Telemark

Wenn man in Langesund seine Füße auf norwegischen Grund und Boden stellt, so befindet man sich bereits in der Provinz (norwegisch Fylke) „Telemark“. Zu weltweiter Bekanntheit verhalf der Telemark Sondre Norheim, der Pionier des modernen Skilaufens. Weshalb den Meisten der Name als eine besonders elegante Landung im Skispringen bekannt sein wird. Dass diese aber in der gleichnamigen Region ihren Ursprung findet, werden die Wenigsten wissen. Norheim prägte ebenso die Begriffe „Ski“ und „Slalom“. Im Gegensatz zum „Telemarken“ besteht hier aber keine Namensgleichheit mit norwegischen Provinzen.

Die Telemark erstreckt sich vom Skagerrak bis ins Landesinnere, wobei der Anteil von Küste verhältnismäßig klein ausfällt. Unsere Fahrt führt zunächst entlang des Frierfjords vom Kai in Langesund in Richtung Porsgrunn.

Wer beim Toilettengang in Norwegen aufmerksam ist, weiß wofür Porsgrunn noch bekannt ist. Wer das nicht ist, erhält einen Wink mit dem Zaunpfahl: Inmitten eines Kreisels türmt sich in einem Gestell meterhoch Porzellan auf.

Schifffahrts – und Wissenschaftsmuseum DuVerden

Unser Ziel ist das Schifffahrts – und Wissenschaftsmuseum DuVerden am Rande des Hafens. In dem modernen Gebäude befinden sich eine Reihe von durchaus interessanten Exponaten, mehrheitlich findet man aber dort spannende Experimente zum „selber-lernen“, die sowohl Kleine wie Große begeistern: Wie funktioniert ein Flaschenzug, warum gibt es unterschiedliche Wetter, und wie sich 130 km/h Windgeschwindigkeit anfühlen kann man spielerisch erlernen, genauso wie, was das alles für die Schifffahrt zu bedeuteten hat. Highlights sind sicherlich der (echte!) Trainingssimulator für Schiffsoffiziere und der Windkanal. Viel zu schnell vergeht die Zeit …

Das Schifffahrtsmuseum „Du Verden“

Unser nächster Stopp ist der Fritidsparken im Mountainbike-Mekka Skien. Hier kann man sich allen Wetterlagen zum Trotze austoben: Von Badeland bis Diskgolf-Parcours, Kletterpark und Indoor-Eisflächen zum Schlittschuhlaufen und Eisstockschiessen und noch viel mehr kann man hier alles erdenkliche unternehmen (während es die Eltern vielleicht schaffen, zumindest kurzfristig im Spa zu regenerieren?). Langweilig kann es in jedem Fall hier nicht werden …

Auf zum Telemarkkanal – Kanalcamping

Unsere Fahrt geht weiter in Landesinnere – ins Herzen des Telemarkkanals. Mit dem Bau des 105 km langen Wasserweges wurde bereits im Jahr 1854 begonnen und von da an bestehende Seen miteinander verbunden, sodass eine schiffbare Verbindung zwischen Skien und Dalen in der Hardangervidda geschaffen wurde. Bestehende Seen wurden hierfür miteinander verbunden und der über die gesamte Länge der Verbindung bestehende Höhenunterschied von 72 Metern durch 18 Staustufen und Schleusen erschlossen. Was früher eine maßgebliche Erleichterung für die Flößerei darstellte, die bis dato das geschlagene Holz aus den Waldgebieten größtenteils per Pferdekarren bis zum Handelshafen in Skien transportieren mussten, ist heute ein touristisches Highlight.

Der Telemarkkanal

Ob mit dem Ausflugsboot oder mit dem Kayak: Der Wasserweg kann heutzutage auf unterschiedliche Weisen erfahren werden. Eine weitere Möglichkeit wählen wir: Das Fahrrad Ausgehend von unserem heutigen Ausgangspunkt, dem malerisch und unmittelbar an der Schleusenanlage Lunde gelegenen „Telemark Kanalcamping“, starten wir mit zwei Rädern zwei „Anhängern“ auf unsere Tour durch die idyllische Landschaft entlang des Kanals. Fahrräder und Kayaks können direkt beim Campingplatz ausgeliehen werden – Ausreden gibt es also nicht, weshalb man nicht den Kanal „aktiv“ erleben sollte.

Radtour am Telemarkkanal

Nach unseren bisherigen – vergleichsweise „bodenständigen“ – Erlebnissen zieht es uns in die dritte Dimension: Nach oben! Direkt neben dem Campingplatz Bø Camping, wo auch schon Arnhild, die überaus nette und lustige Geschäftsführerin auf uns wartet, liegt der Hochseilgarten von „Høyt & Lavt“! Mit unserem Guide Martin machen sich Lani und der andere Martin auf den Weg nach oben: Der Park ist in unterschiedliche Höhen gestaffelt, sodass auch Kinder nahezu aller Altersklassen nicht sprichwörtlich „zu kurz“ kommen. Unterschiedliche Hindernisse gilt es zu bewältigen, aber das heimliche Highlight für Lani ist die Vielzahl von (ausreichend langen) Seilrutschen.

Im Hochseilgarten „Hoyt og Lavt“

Einmal über den Waldweg gehüpft, stehen wir auch schon wieder auf dem Campingplatz. Sichtlich Stolz führt uns Arnhild über ihren Campingplatz und will uns unbedingt ihre neue Hytten im Holzfass-Design, das neue Sanitärgebäude in klassischer Holzbauweise (mit Schnitzereien in den Balken!), das unter anderem ein Kinderbad und eine große Küche für Campinggäste beinhaltet zeigen.

Während die Kinder sich auf dem liebevoll und unter großen Bäumen (= Schatten) gestalteten Spielplatz austoben, dürfen wir noch einen Blick in eine sogenannte Stabbur – ein traditioneller Lagerschuppen, wie man sie früher auf fast allen norwegischen Bauernhöfen fand – werfen. Einzig werden hier keine Dinge gelagert – im Gegenteil: Es ist zwar kuschelig, aber man kann mit bis zu vier Personen übernachten und gemütliche Stunden verbringen.

Bø Camping, Telemark
Lani & Malu nutzen den Spielplatz auf dem Campingplatz

Für uns endet an dieser Stelle der Aufenthalt in der schönen Telemark.

822