Silberbergwerk in der Telemark

Silberbergwerk in der Telemark

Entdecken Sie die Mythen und Geheimnisse im Silberbergwerk von Kongsberg in der Telemark. Das Norwegische Bergwerksmuseum gehört zu den beliebtesten Attraktionen und zählte 2016 fast 50.000 Besucher. Es werden verschiedene Aktivitäten angeboten, darunter beispielsweise echtes „Silberwaschen“.

In großen Wasserbehältern können Sie Silber, das im Sand versteckt ist, auswaschen. Die Schatzsucher dürfen das gefundene Silber anschließend mit nach Hause nehmen.

Silberwaschen im Norwegische Bergwerksmuseum, Telemark
Elise Granholt, Marie Lillesæter und Karen Sofie Berg waschen Silber im Norwegische Bergwerksmuseum

Achtung, Abfahrt! Nehmen Sie die Grubenbahn in den Berg

Die Schienen in das Bergwerk nehmen Sie 342 Meter tief unter die Erde und 2.300 Meter weit hinein in den Berg. Die Grubenbahn fährt durch den Christian VII-Stollen, der größte Teil des Silberbergwerks. Seine tiefste Stelle liegt in 1.068 Meter unter der Erde – oder besser 520 Meter unter der Meeresoberfläche.

Mit der Grubennbahn in das Silberbergwerk
Mit der Grubennbahn in das Silberbergwerk

In der Königsmine können Sie unter anderem auch eine Demonstration des alten „fahrkunsten“ aus dem Jahr 1881 erleben. Der erste Aufzug für Bergleute ist ein Stück herausragender Ingenieurskunst und fährt 300 Meter tief. Heute gehört die Fahrkunst zu den wichtigsten Kulturdenkmälern des Bergbaumuseums. Es gibt täglich 3 bis 4 Abfahrten im Silberbergwerk. Die Zugführer sind bereit, Sie auf ein Abenteuer mitzunehmen. Der Kommunikationsberater des Norwegischen Bergbaumuseums, Halvor Sælebakke, erklärt die Funktionsweise von „fahrkunsten“, der alten Fahrkunst: Die Konstruktion besteht aus zwei Holzstangen, welche parallel nebeneinander stehen und sich konstant einige Meter nach oben und ein paar Meter nach unten bewegen. Wenn sich die eine nach oben bewegt, bewegt sich die andere nach unten. Die Stangen sind ausgestattet mit zahlreichen Treppen und Haltepunkten. Die Bergleute sprangen von Stange zu Stange. Wenn sie nach unten wollten, mussten sie auf die Stange springen, die sich nach unten bewegte, und auf die andere, wenn sie nach oben wollten. Die Arbeit war sehr gefährlich. Der Arbeitsplatz war dunkler als die Nacht, die einzige Lichtquelle der Bergarbeiter waren ihre Fackeln.

Der letzte Teil der Grubenfahrt führt durch einen „Strosse“ – ein großer Raum unter Tage. Von dort ging es weiter in den Christian VII-Stollen. Die Temperatur dort beträgt 6 Grad Celsius, dies sind fast 20 Grad Celsius weniger als draußen in der Sonne. Ziehen Sie sich also warm an!

Der Festsaal im Inneren der Königsmine wird für unterschiedliche Events genutzt und bildet den Rahmen für ganz besondere Erlebnisse.

Die Königsmine – Erleben mit der Bergwerkssafari

Eine ganz besondere „Wanderung“

Sind Sie auf der Suche nach einem ganz besonderen Erlebnis? Dann ist die Bergwerkssafari genau das Richtige für Sie! Besucher, die älter als acht Jahre sind (Mindestalter) fahren mit der Grubenbahn hinein in den Stollen „Gottes Gehülfe in der Noth“. Wenn die Wände der Mine sprechen könnten, könnten Besucher ohne Frage viele spannende Geschichten erfahren. Es scheint, als ob Geräusche aus den dunkeln Tiefen widerhallen, Metallklänge treffen auf Kohle und Stein und mischen sich mit dem tiefen Grummeln der Waggons, die langsam durch die Bergwerkstunnel gezogen werden. Heutzutage begleitet zum Glück ein Guide die Besucher den ganzen Weg und berichtet unterwegs vom Alltag der Bergleute. Und er erzählt auch einige jener Geschichten, die die Wände nicht berichten können.

„Sowohl wir vom Bergbaumuseum als auch unsere Besucher machen gern ungewöhnliche Führungen. Dies ist eine Tour, die ein großes Entdeckergefühl vermittelt,“ sagt Tina Rigby Hanssen, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit.

Fakten über die Mine „Gottes Gehülfe in der Noth“

  • Das Silber in der Mine „Gottes Gehülfe in der Noth“ wurde 1653 gefunden.
  • Die Mine ist 786 Meter tief.
  • Das größte Stück Silber, das hier gefunden wurde, wiegt 11,5 Kilogramm.
  • Die Mine war der zweitgrößte Stollen im Silberbergwerk.
  • Die Bergarbeiter fanden hier etwa 400 Tonnen Silber zwischen 1653 und 1956.
Führung durch das Silberbergwerk
Führung durch das Silberbergwerk, Foto: Tor Magnus Anfinsen

Sollte es eine bombensichere Festhalle geben?

1943, in der Zeit des Zweiten Weltkriegs, benötigte Norwegen einen bombensicheren Raum zur Lagerung von bedeutenden Kunst- und Kunsthandwerksobjekten von Museen und anderen Organisationen in Südnorwegen. Als Lösung bot sich das Silberbergwerk in Kongsberg an – genauer: Die Königsmine mit einem mehr als 1.500 Quadratmeter großen Raum. Die Kunstobjekte wurden in 4.200 Kisten gelagert. Die Nationalgalerie hatte beispielsweise 240 Kisten, welche einen Wert von etwa 50 Millionen Norwegische Kronen hatten (ca. 5,2 Millionen Euro). Nach dem Krieg wurde die Halle genutzt, um Mehl zu lagern.

Heute besuchen jährlich tausende Besucher die Halle. Fahrzeuge wie Dreschen, Loren, Personenwaggons und Lokomotiven sind in der Halle ausgestellt. Das Silberbergwerk in Kongsberg erzählt eine einzigartige Geschichte.

Fazit: Auch wenn Sie bei Ihrem ersten Besuch des Silberbergwerks kein Silber finden sollten, machen Sie bleibende Erlebnisse und diese sind mindestens so viel wert wie Silber oder Gold.

 

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