Preikestolen – wandern, erleben, genießen

Preikestolen – wandern, erleben, genießen

Der Preikestolen – Mythos, Ikone, Postkartenmotiv – oder einfach doch nur die tatsächlich größte Touristenattraktion rund um Stavanger? Der Preikestolen ist ein bisschen von allem: ein bisschen wild, ein bisschen Nervenkitzel, ein bisschen anstrengend und ein bisschen Massentourismus.

Für Kinder geeignet?

Wer schon einmal dort oben war und nun schimpfen will, was diese Wanderung in der Kategorie „Familienurlaub“ zu suchen hat, dem sei zunächst die Gegenfrage gestellt, wann der letzte Besuch war? Denn zwischen 2013 und 2014 wurde der Weg komplett von nepalesischen Sherpas aufgearbeitet und ist seitdem tatsächlich einer breiteren Masse zugänglich. Die Altersspanne unter jenen Leuten ist daher recht hoch, die man auf dem Wege zu einem der berühmtesten Felsen Norwegens trifft.

Bestimmt ist die Wanderung nicht für jede Familie geeignet, wer aber eh eine kraxelwütige Rasselbande sein Eigen nennt, der könnte tatsächlich über diesen Ausflug nachdenken. Die Beinchen sollten aber in jedem Fall bereits ein wenig länger sein: trotz der „Maniküre“ durch die Sherpas handelt es sich doch immer noch um hochalpines Gelände! Lani war fast 5, als sie das erste Mal auf dem Preikestolen war und hat dabei den kompletten Auf- und Abstieg alleine (!) bewältigt hat. Bei jüngeren Kindern sollte man sich zur Sicherheit Gedanken über ein geeignetes Tragesystem machen.

Preikestolen – auf dem Weg nach oben

Appell ans Schuhwerk!

Und auch wenn man immer wieder Hobby-Alpinisten mit Mokassins und Ballerinas trifft, die (vermutlich) auch alle auf dem Felsplateau ankommen, raten wir dringlichst (!) zu festem Schuhwerk!

Die vier Kilometer lange Route (einfache Distanz) hat auf jeden Fall für alle Geschmäcker etwas zu bieten: den Anfang macht ein Aufstieg über eine künstliche Schotterpiste, dem ein Spaziergang über glatten Granit folgt. Erneut folgt eine Passage über Schotter (bergab), dann ein Aufstieg über einen Mix aus Fels konventionellen Waldboden und zwei Abschnitte auf Holzstegen durch ein Hochmoor. Der größte Anstieg erfolgt über ein Geröllfeld und spätestens hier kommt es tatsächlich auf die Länge von kleinen Beinen an. Sind diese aber lang genug, macht das Klettern über die quaderförmigen Felsbrocken richtig Spaß (Ja, hier haben die Sherpas wahrlich eine Meisterleistung vollbracht).

 

Der Weg…

Die erste Hälfte ist dann auch schon geschafft: über eine kleine Alm kommt man dem Ziel näher. Nach einigem Auf und Ab erreicht man zwei Bergseen, die bei gutem Wetter zu einer kurzen Abkühlung einladen. Es folgt ein nahezu ebenerdiger Abschnitt über ein Hochplateau. Zwei Engstellen wurden ganz neu mit Holzstegen gesichert, über die man in den letzten Abschnitt gelangt, ein kurzer Anstieg und schon biegt man um die Ecke und da ist er: der Preikestolen!

Geländer?

Ein Geländer nach deutschem Vorbild sucht man hier oben vergebens, aber die Wege bis zur Spitze sind recht breit gehalten und dem Abgrund kann man ohne Probleme mit gebührendem Abstand gegenübertreten. Ist man auf dem Plateau angekommen, ist es zunächst größer, aber auch unebener, als man es von Fotos kennt. Ein sicheres Fleckchen zum Picknicken findet sich immer. Mutige können sich dem Abgrund nach ihrem Gusto mehr oder weniger nähern, aber egal von welchem Punkt aus, kann man einen einmalig schönen Ausblick über den Lysefjord und eine grandiose Fernsicht genießen.

 

Geheimtipp: Wer den Preikestolen entspannt erklimmen möchte, der geht dem Rummel im direkten Umfeld am Besten aus dem Weg. Unser Übernachtungstipp für Familien mit dem Wohnmobil: der Parkplatz am Lysefjordsenteret in Oanes. Dieser verfügt im vorderen Bereich und in direkter Uferlage über ein paar Stellplätze und Picknickgarnituren. Von dort genießt man einen wundervollen Ausblick nach Forsand und über den Eingang des Lysefjords. Die Fahrzeit bis zum Parkplatz an der Preikestolenfellstua in Jørpeland beträgt keine 15 Minuten, eine kostenlose Möglichkeit zur Ver- und Entsorgung für Campingfahrzeuge befindet sich etwa 1 km in westlicher Richtung hinter dem Abzweig zum Preikestolen.

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