Ein aufregender Aufenthalt in einer sympatischen Metropole

Ein aufregender Aufenthalt in einer sympatischen Metropole

Tag 2

Der „Oslo Pass“ mehr als eine Fahrkarte

Die Möglichkeit der kostenlosen Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs mit dem Oslo Pass haben wir ja bereits erwähnt, jedoch kann diese Karte weitaus mehr: Der Eintritt zu über 30 Museen und Attraktionen ist inklusive und man erhält kostenlosen Eintritt zu Bädern. Weiterhin bekommt man gegen Vorlage teils massive Vergünstigungen auf Sightseeing, Konzertkarten, Skisimulator, Kletterpass und Skiverleih und den Eintritt zum Freizeitpark TusenFryd, sowie diverse Rabatte in Restaurants und Geschäften.

 

Unser Tag beginnt im Hafen an Oslos Opernhaus, das sich mit seiner eckigen, weißen Fassade aus dem Wasser zu erheben scheint. Auch hier gilt das Regelwerk der Grünanlagen: Bitte benutzen! Die einzigartige Architektur lädt die Besucher ganzjährig dazu ein, das Dach zu besteigen und den Panoramablick über Oslo und den Fjord zu genießen. Durch die großzügigen Glasfassaden können wir einen Blick auf die Proben- und Workshopaktivitäten erhaschen.

Ein Spaziergang auf dem Dach der Oper on Olso
Ein Spaziergang auf dem Dach der Oper in Oslo


Außen Marmor, innen Eiche: Das mehrfach preisgekrönte, extravagante Bauwerk folgt dem Entwurf des renommierten Norwegischen Architekturbüros „Snøhetta“ und bietet ein reichhaltiges und vielfältiges Programm auf drei Bühnen: Hauptbühne (1369 Plätze), Bühne 2 (400 Plätze) und Studio (200 Plätze). Ebenso wird auch das Dach und das Foyer des Opernhauses für Konzerte genutzt und alles in Allem hat sich das Juwel im vormalig anrüchigen Hafengebiet innerhalb weniger Jahre zu einem beliebten Wahrzeichen der Stadt gemausert. Eine Vorstellung empfiehlt sich vermutlich weniger für kleinere Kinder, aber dennoch hätten wir gerne an einer Führung durch das Gebäude teilgenommen. Eine gesonderte Führung für Kinder wird übrigens auch angeboten, allerdings erfolgt diese in Norwegischer Sprache.

 

Die Oper in Oslo
Die Oper in Oslo

Wir setzen unsere Erkundungstour durch die Hauptstadt an anderer Stelle fort: Es geht zum „Fram-Museum“ auf die Halbinsel Bygdøy. Nachdem wir gemeinsam mit Lani im vergangenen Winter gespannt die Kinderdokumentationsreihe „Die Arktis-Mission“, die in Deutschland im KiKa ausgestrahlt wurde (im Original „Oppdrag Nansen“, Produktion: NRK)  gesehen haben, die im Format einer Reality-Show eine Nordpol-Expedition auf den Spuren von Fridtjof Nansen mit Kindern begleitet, war es ihr Wunsch jenes Museum zu besuchen, das die neben beiden Expeditionsschiffen „Fram“ und „Gjøa“ auch alle historischen Belege um den Polarforscher beheimatet. Diesem kommen wir natürlich sehr gerne nach. Per Boot gelangen wir innerhalb kürzester Zeit auf Oslos Museumshalbinsel auch diese Form des ÖPNV ist im Übrigen im Oslo Pass inbegriffen.

Das „Fram-Museum“ auf der Halbinsel Bygdøy
Das „Fram-Museum“ auf der Halbinsel Bygdøy

Typisch norwegisch bereitet das Museum kurzweilig die Historie rund im die Polarexpeditionen von Nansen, Amundsen und Co. auf gleichermaßen für Kinder wie für Erwachsene interessant. Die alten Expeditionsschiffe sind natürlich für die Besucher begehbar sowohl auf wie auch unter Deck. Wir klettern durch die Deckaufbauten und die Rümpfe der Schiffe, werfen Blicke in Kajüten und Kombüsen und wandeln so sehr realitätsnah auf den Spuren von Fridtjof Nansen, Roald Amundsen, ihrer Crew und dem Alltag um die waghalsigen Pioniere. Eine absolute Empfehlung!

 

Tag 3

Hoch oben über der Stadt…

…liegt die wohl beliebteste Attraktion Oslos, die gleichzeitig eines ihrer Wahrzeichen ist: Die weithin sichtbare Skisprungschanze „Holmenkollbakken“ am Hang des Hausbergs „Holmenkollen“. Keine zehn Minuten dauert es vom Campingplatz „Bogstad“ aus, bis wir an der Wintersportarena ankommen Oscar darf heute ausnahmsweise mit, Parkplätze sind kostenlos und ausreichend vorhanden.

 

Das „Mekka des nordischen Skisports“ umfasst heutzutage neben der berühmten Skisprungschanze ein Biathlon-Areal mit Stadion, eine weitere, etwas abseits gelegene kleinere Sprungschanzenanlage und ein Skimuseum, das gleichzeitig den Eingang zur großen Schanze und einen wundervollen Einstieg in die Materie für deren Besucher darstellt immerhin handelt es sich beim Holmenkollen um die weltweit älteste Schanze, die mehrere Male umgebaut wurde, bis das Betonkonstrukt schlussendlich 2007 komplett abgerissen und erst 2011 und in der neunzehnten Auflage mit der imposanten freitragenden Stahlkonstruktion wiedereröffnet wurde, wie wir sie heute kennen. Das Museum ermöglicht einen Überblick über die parallele Entwicklung von Stil, Ski und Schanze und lässt bereits erahnen, welcher Ausblick sich uns von der Spitze des 60 Meter hohen Sprungturmes eröffnen wird.

Holmenkollen Oslo
Skisprungschanze Holmenkollen in Oslo

 

Ganz gespannt stehen wir in einer Reihe mit anderen Besuchern, bis wir in den kleinen Schrägaufzug schlüpfen dürfen, dersonst Athleten, heute aber unsbis in die Spitze des Turmes befördert. Die letzte Etage gilt es dann doch zu Fuß zu bewältigen. Auf dem Dach angekommen verstehen wir um die Beliebtheit der Schanze bei deren Besuchern, denn die Aussicht ist schlichtweg umwerfend: ein einmaliger Rundblick über Oslo, der schwer in Worte zu fassen ist!

 

Für manche ist der Blick nach unten bereits Nervenkitzel genug, doch für Hartgesottene gibt es dann (am Wochenende) auch noch die Möglichkeit, den Spungturm auf einem anderen Wege zu verlassen: per Zipline! Lani zögert nicht einen Moment und schon steht sie mit Martin an, um die 361 Meter lange Seilbahn von der Startposition bis zum Auslauf hinunter zu rauschen. Die Bahn verläuft dabei in der exakt gleichen Linie wie die der Skispringer. Und so fliegen die Beiden (Lani mit einem Vorsprung) zunächst über den Anlauf und den Schanzentisch hinüber um dann mit bestem Ausblick über die 50.000 Besucherplätze auf der anderen Seite, und 107,5 Meter tiefer, zu landen. Sichtlich stolz pellt sie sich am anderen Ende aus dem Klettergurt vermutlich hat sich da gerade eine schöne Erinnerung in dem kleinen Kopf verewigt.

Holmenkollen per Zipline verlassen
Holmenkollen per Zipline verlassen

 

Mit dem Aufzug hinunter dauert es in der Tat länger und als wäre es nicht genug Adrenalin gewesen, überbrücken die beiden Seilbahnraketen noch die Zeit, bis die ganze Familie wieder vereint ist im Skisimulator. Lautes Johlen und Gackern, das aus dem Simulator tönt, lässt sicher sein, dass die beiden in dem zischenden Monster unterhalb des Schanzentisches (erneut) großen Spaß haben.

Lautes Johlen und Gackern im Skisimulator
Lautes Johlen und Gackern im Skisimulator

Gemeinsam drehen wir dann noch eine Runde über das gesamte Gelände: Abseits der Schanze finden wir im Wald einen tollen Spielplatz mit einem Holzelch und einer Art Mini-Hochseilgarten. Wir besuchen den Troll gegenüber der Schanze, bestaunen die Biathleten beim sommerlichen Training auf ihren Rollskiern und auf der Schießbahn und genießen den lauen Abend bei einem Picknick unterhalb der Schanze, bis wir diese spät inzwischen beleuchtet in den Nachthimmel hineinragend –  wieder verlassen. Ein wahrlich „krönender“ Abschluss für diesen Großstadtaufenthalt.

 

Unser Aufenthalt in Oslo neigt sich damit dem Ende zu und auch wenn wir nicht zu den Menschen gehören, die es unweigerlich in große Städte zieht, so haben wir dennoch diese sympathische Metropole in unsere Herzen geschlossen. Am nächsten Tag werden wir in beschaulichere Gefilde aufbrechen und uns langsam weiter gen Norden vorarbeiten.

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