Nordfjord – der All-in-one-Fjord

Nordfjord – der All-in-one-Fjord

… so lautet der Slogan der Region. Tatsächlich hat auch das vierte große Fjordsystem auf unserer Reise – neben den typischen Faktoren, die einen Fjord zu einem solchen machen, viel zu bieten. Zum einen ist es am Nordfjord in Fjord Norwegen etwas ruhiger und nach allen Superlativen, ist hier der Tourismus noch nicht in dem Maße ausgeprägt, wie es zum Beispiel für den Hardangerfjord oder den Sognefjord gilt.

Unser Weg zum Indre Nordfjord (man unterscheidet zwischen dem landesinneren „indre“ und den küstennahen bzw. äußeren „ytre“ Bereich) ist allerdings auch nicht weniger interessant und schön. Ganz im Gegenteil, denn verlässt man den Fjærlandtunnel, so erreicht man bald das Jølstravatnet. Wer von der Rv5 in Richtung Vassenden abbiegt, befindet sich kurze Zeit später auf einer kleinen Straße, die mittels eines Dammes und Brücken geradeaus über den See führt – ein lohnenswerter kurzer Abstecher, wie wir finden.

Jølstravatnet, Nordfjord

Das Tal der Kühe?

Auf dem weiteren Weg in Richtung Nordfjord passiert man erst die kleinen Orte Skei und Klakegg, um anschließend für 25 Kilometer durch ein malerisches kleines Tal mit türkisfarbenem Fluss zu fahren, dass weitgehend (und von der in der Sole verlaufenden E39 einmal abgesehen) unberührt, beziehungsweise in fester Hand von freilaufendem Hufgetier ist. Recht entspannt liegen ein paar Kühe umher, die nach Möglichkeit artig die Straße meiden. Zurecht – sie genießen eine wundervolle Aussicht, während ihnen die Sonne das Fell wärmt.

 

Erstkontakt mit dem Nordfjord

In Byrkjelo biegen wir rechts ab und müssen uns noch einmal über den Utvikfjellet kämpfen, bis wir kurz hinter dessen Scheitelpunkt zum ersten Mal den Nordfjord erblicken, der sich vor uns entfaltet. Ein paar Sonnenstrahlen haben sich ihren Weg durch die Wolken gebahnt, und so schimmert das bläuliche Wasser zwischen ein paar Fichten hindurch, während sich ganz weit entfernt ein paar verschneite Bergspitzen vom Horizont abzeichnen.

Nordfjord, Norwegen

 

From Fjord to Sky in 5

Am östlichsten Zipfel der Fjordes liegt Loen. Beschaulich ist es hier – ein wundervoller Ausgangspunkt für Wander-, Kletter- und Gletschertouren (zur Orientierung: Nachdem wir von Fjærland bis nach Loen einmal um den Jostedalsbreen herumgefahren sind, befinden wir uns uns nun nördlich des Gletschers). Doch ganz neu darf nun auch Loen mit einem Superlativ glänzen: Keine zwei Wochen vor unserem Besuch wurde der Loen Skylift von Königin Sonja eröffnet und damit befindet sich die offiziell steilste Seilbahn der Welt am östlichen Ende des Nordfjords.

Loen Skylift: Fjordstation

Sowohl die Berg- als auch die Talstation schmücken sich mit einem attraktiven Mix aus hellem Holz, Beton und verzinktem Blech, wobei die Bauherren besonderen Wert auf ein sogenanntes „Universelles Design“ gelegt haben, wonach die komplette Anlage gleichwohl für Menschen mit und ohne Behinderung sowie für ältere Personen nutzbar ist, ohne dass weitere Hilfsmittel benutzt werden müssen. Ebenfalls macht es das Ganze für die Benutzung mit einem Kinderwagen interessant.

Mit unseren Tickets in der Hand passieren wir die Drehkreuze der Talstation, die knapp über dem Meeresspiegel liegt: Ab jetzt sind es nur noch 5 Minuten bis die modernen Großraum-Gondeln die auf 1.011 Meter Höhe liegende Bergstation auf dem „Hoven“ erreicht. Kurz vor Erreichen des Gipfels haben wir mehr das Gefühl, mit einem Fahrstuhl zu fahren, als mit einer Seilbahn – so steil geht es bergauf. Der Skylift macht seinem Namen alle Ehre.

 

Hoven

Wer seinem Bewegungsdrang nachgehen möchte, kann von der Bergstation aus auf einem der gut markierten Wanderwege zu den umliegenden Gipfeln wandern, die von der Bergstation aus starten. Weitere Wanderwege sollen in den kommenden Jahren hinzukommen.

Wer (eher) den Gaumenfreuden frönen mag, dem ist ein Besuch im Hoven Restaurant zu empfehlen. Zwischen einem Mix aus traditioneller und moderner Norwegischer Küche speist man in jedem Fall mit einem der wohl atemberaubendsten Ausblicke Norwegens.

Loen Skylift: Hoven Restaurant
Loen Skylift: Hoven Restaurant

Wer sowohl auf Wander- als auch auf Speisekarten verzichten mag, ist dennoch hier oben richtig aufgehoben: Auf dem Dach des Restaurants befindet sich die große Terrasse, von der aus man einen ungetrübten Ausblick über den malerischen Fjord, Türkisfarbene Seen, majestätische Berge und bläulich schimmernde Gletscher genießen kann – So kann man seine Ferien in Norwegen verbringen.

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