Haugesund – die Heimat der Wikinger und Geburtsstätte Norwegens!

Haugesund – die Heimat der Wikinger und Geburtsstätte Norwegens!

Haugesund gehört eher zu den unscheinbaren Städten Norwegens – aber geschichtlich bestimmt mit zu den Spannendsten!

Die charmante Hafenstadt findet man an der Küste zwischen Stavanger und Bergen am Karmsund. Westlich davon erstreckt sich die vorgelagerte und langgezogene Insel Karmøy, deren Bezeichnung vom altnordischen Wort „Kormt“ für „Schutz“ abgeleitet ist. Der dazwischen verlaufende Sund ist eine Wasserstraße, die bereits in längst vergangenen Tagen von enormer Bedeutung und als „Nordvegen“ (Nordweg) bekannt war.
Der Nordvegen war von solch hoher Bedeutung, dass er zum Namensgeber für das ganze Land wurde: Norge – Norway – Norwegen!

Haugesund ist für die Wirtschaft Norwegens von hohem Stellenwert. Früher lag der Schwerpunkt in Fang und Handel von Heringen – heute hingegen ist die Industrie geprägt durch Erdöl und Schiffsbau. Haugesund ist aber auch ein kultureller Knotenpunkt: Das pulsierende Herz der Stadt bilden die Restaurants und Cafes entlang des Smedasunds. Angelockt durch die Strahlen der Sonne kommen die Menschen in die Straßen und genießen die Wärme.

 

Avaldsnes – der erste norwegische Königshof

Auf der östlichen Seite von Karmøy ragt Avaldsnes weit in den Karmsund hinein. Strategisch sinnvoll angesiedelt, war es von dort aus ein Leichtes, den Wasserweg zu kontrollieren und Zölle zu erheben. Lange Zeiten war Avaldsnes bereits Wikingerresidenz, bevor der Ort zum ersten norwegischen Königshof wurde.
Das Areal um Avaldsnes gliedert sich in drei Teile: weithin sichtbar ist die „Olavskirken“ (deutsch: Olavskirche), daneben befindet sich das „Nordvegen Historiesenter“ und fußläufig kann ein rekonstruierter Wikingerhof besichtigt werden.

 

Olavskirken

Die Olavskirken wurde inmitten einer heidnischen Kultstätte aus Bautasteinen errichtet. Die Obelisken wurden einst kreisförmig um die „Nähnadel der Jungfrau Maria aufgestellt, die als größter Bautastein in der Mitte thront. Dieser Stein steht schief und neigt sich der rückseitigen Kirchenmauer entgegen. Einer Sage nach, soll die Welt in dem Moment untergehen, in dem sich Obelisk und Mauer berühren. Man geht allerdings ebenfalls davon aus, dass dieser Bautastein einmal größer war und mehrere Male um je ein Stück gekürzt wurde – aus Furcht, der zwei Hand breite Spalt könnte kleiner werden.

Die Olavskirken

Das Museum

Neben der Kirche liegt das „Nordvegen Historiesenter“. Was erst einmal vom Kirchplatz aus wie ein rundes Denkmal auf der grünen Wiese aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als der Eingang zum Museum, das teils unterirdisch in den Felsen gebaut wurde.
Der Rundgang durch die Ausstellung beginnt mit einem Film: der Wikingerkönig Harald „Schönhaar“ Hårfagre begleitet die Besucher durch die Geschichte. (Anmerkung: das Museumspersonal war so freundlich und hat uns darauf hingewiesen, dass der Film eventuell nicht für kleine Kinder geeignet sei. Ohne Probleme kann man aber auch nach dem Film in die Ausstellung thematisch einsteigen.)

Der Eingang zum Historiesenter

 

Blick in die Ausstellung

Auf einer Route durch spannende Exponate wird (mittels Audioguide, unter anderem auch in deutscher Sprache und so auch für Kinder verständlich) die Geschichte Norwegens und der Wikinger erzählt. Als Besonderheit gibt es ein paar Stationen, die besonders für die „kleinen Wikinger“ gedacht sind. So kann man zum Beispiel versuchen, seinen Namen in Runenschrift zu schreiben, eine Runde „Wikingerschach“ spielen oder aber den Geheimgang finden, der am Ende in ein Quiz eingebunden wird. Wer ihn gefunden und gut aufgepasst hat, kann sich am Ende des Tages zum Wikinger-Experten beurkunden lassen.

 

Ein „echter“ Wikinger

 

Für einmalige Familienfotos sollte eine Kamera (am besten mit Stativ) nicht vergessen werden: ein großer Fundus an Tuniken, Kettenhemden, Helmen und Schwertern lädt zum Verkleiden ein.

 

Heute wohl eher „Die Kleinen Wikinger

Wie sah es denn eigentlich bei den Wikingern so aus?

Wer von der Kirche aus, zu Fuss einem Weg in Richtung Süden folgt, gelangt nach wenigen hundert Metern über eine Brücke zu einem Wikingerdorf, das auf einer Insel rekonstruiert wurde. Als Freilichtmuseum ergänzt es das Historiesenter und man kann bei Feuerschein durch die ehrwürdigen Gebäude der Wikinger spazieren.
Während der Hauptsaison werden zwei verschiedene Tagesprogramme angeboten: Wahlweise können die Kleinen Besucher in Avaldsnes für einen Tag zum Wikinger oder zum Archäologen werden und so spielerisch die jeweiligen Alltage erleben.

Wikinger – typische Schnitzereien am Dachfirst

In die Gegenwart …

Die Region entlang des Karmsund hat natürlich neben geschichtlichen Highlights auch in zeitgenössischem Hinblick viel zu bieten. So werden Sportbegeisterte genauso auf ihre Kosten kommen wie Familien, die einen Tag am Meer verbringen möchten. Etliche Sandstrände bieten sich hierfür geradezu an.

 

Unser Tipp: Das am südlichsten Zipfel der Insel Karmøy gelegene Fischerdorf Skudeneshavn lädt zum Schlendern durch die Altstadt ein. Auch hier dominierte die Heringsfischerei das Leben im 19. Jahrhundert und lockte im Frühjahr bis zu 20.000 Fischer an, wenn die großen Schwärme an der Südspitze vorbeizogen.

Heute genießt man den Flair zwischen den liebevoll restaurierten, weißen Holzhäusern. Für Familien mit Kindern empfiehlt es sich zuerst einen Stopp in der örtlichen Touristeninformation einzulegen, um sich dort die Einweisungen zur rund 1,5 Stunden dauernden Schnitzeljagd um die Suche nach der Galionsfigur „Damå“ zu erhalten. Nach dem erfolgreichen Abschluss erhalten die kleinen Detektive ein Diplom.

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